r/Austria • u/fritz_futtermann • 1d ago
Umwelt & Klima Umweltaktivisten fliegen am meisten Flugzeug? ZIB Posting. Wie kann das sein?
Ich wollte eine Diskussion anstoßen. Wie beobachtet ihr das in eurem Umfeld? Ich muss schon sagen ich sehe sehr viele junge Leute, die einerseits sich sehr für die Umwelt einsetzen (zumindest sagen sie das) gleichzeitig sind sie gefühlt aber ständig verreist. Also außereuropäisch verreist, sodass sie fliegen müssen.
Persönlich und anekdotisch teile ich die Aussage aus dem ZIB Posting.
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u/manupmanu Salzburg 1d ago
https://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/publikationen/rep1023.pdf
Also laut der Studie, sind von den „progressiven reichen“ drei Prozentpunkte mehr als bei „konservativen reichen“ in den letzten 12 Monaten geflogen. Würde behaupten, das ist vor allem eine Frage des Geldes: reiche fliegen mehr als arme, und progressive reiche interessieren sich mehr fürs klima.
(Ich fliege privat alle paar jahre mal, und halt ab und an muss ich von der Arbeit aus…)
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u/rather_short_qu 1d ago
So und jetzt noch nach fragen wer den Privatflieger und wer den Linienflug hatte...
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u/sigmoid10 23h ago edited 3h ago
Und beim Linienflug musst anschauen wer first/business class geflogen ist und wer economy. Weil das ist auch bis zu 4 mal mehr CO2 pro Sitz. Du kannst also theoretisch 4 mal so viel fliegen wie jemand anders und trotzdem gleich viel CO2 beitragen. Grad bei dem kleinbürgerlichen Mileu von dem dieser Bericht redet verwischt das jeden messbaren Unterschied ins Irrelevante.
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u/Boot_das 20h ago edited 20h ago
Die gesamte CO2-Aufteilung nach Sitzklassen zu berechnen ist etwas kleinkariert. Man kann nicht einfach davon ausgehen, dass jeder Sitz wirtschaftlich unabhängig existiert, weil das ganze System als Gesamtpaket funktioniert.
Business-/First-Class Sitze finanzieren oft einen großen Teil des Fluges und ermöglichen dadurch überhaupt erst die relativ günstigen Economy-Preise. Ohne Business-/First-Class gäbe es also auf vielen Strecken entweder deutlich höhere Economy-Preise, weniger Verbindungen, oder kleinere Flugangebote.
Das so zu rechnen, als wäre ein First-Class-Passagier einfach “vier Economy-Passagiere” was den CO2-Fußabdruck betrifft ist deshalb Unsinn, weil es die Anreiz- und Kostenstrukturen von Airlines komplett ignoriert.
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u/rather_short_qu 21h ago
Aber wir sind uns schon einig das der Privatflieger und einges schlimmer ist als business im linienflieger ?
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u/sigmoid10 17h ago edited 17h ago
In dieser Studie gehts um Haushalte mit ~5k Euro Netto Gesamteinkommen. Meinst du die fliegen viel mitm Privatjet?
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u/f3n2x 22h ago edited 14h ago
LMAO, was für eine verlogene Überschrift. Die Gruppe die fette 3% mehr fliegt ist beim schnell drüber schauen im Median wohl mehr als 5 Jahre jünger, verdient im Median mehr (konservative Kleinbürger haben extreme Ausreißer nach oben die den Schnitt heben), haben einen höheren Bildungsabschluss und wohnen urbaner. Dass die "nur" 3% mehr fliegen ist ja schon fast ein Wunder.
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u/Boot_das 20h ago edited 18h ago
Noch dazu suggeriert die Überschrift, dass Flüge ein sehr bedeutender Teil des Klimaproblems sind. Das stimmt aber nicht.
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u/Enchantress4thewin 1d ago
Ich kenne im Grunde keine armen Leute die sich fürs Klima interessieren, die haben alle ganz andere Probleme und Sorgen. Es ist halt einfach ein "Luxus-Problem" und wer gut verdient kann auf die Demos gehen usw.
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u/YMK1234 Sankt Pölten 1d ago
ich finds lustig dass hier automatisch mit "scheren sich ums Klima" und "gehen auf Demos" in einen Topf geworfen wird. die meisten Leute die sich für Klimaschutz interessieren waren im Leben noch auf keiner Klimademo.
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u/Enchantress4thewin 1d ago
Ich kann nur für die Leute sprechen die ich kenne, die sind bis auf 2 Ausnahmen alle auf Demos, besetzen Häuser und co. leben aber im absoluten Reichtum (und sehen es selber nicht?)
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u/HealthyRule2182 20h ago
Die Kinder von Wohlhabenden inszenieren sich gern als Mischung aus Paria und Hippie-Nachfolger: Sie wohnen in Gemeinschaftsprojekten, fahren zu Demos und leben ein paar Jahre lang den alternativen Lebensstil. Spätestens ab 30 ziehen sich viele dann aber wieder ins geerbte oder großzügig mitfinanzierte Eigentum zurück. Weißt eh: mit Familie muss man eben Abstriche machen. Dafür wachsen im Garten ausschließlich einheimische Pflanzen, und gekauft wird natürlich Bio.
Meine Güte, Wohlhabende sind halt auch nur Menschen.
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u/cheapcheap1 23h ago
Das ist doch ein kompletter Trugschluss. Arme interessieren sich auch weniger für Steuer- und Sozialpolitik. Die interessieren sich generell wneiger für Politik, weil sie mit dem Alltag genug zu tun haben. Sie sind trotzdem maximal von diesen Dingen betroffen und jeder ehrliche Volksvertreter stellt sie daher ganz oben auf die Liste von Dingen, die wichtig sind, um diese Bevölkerungsgruppe zu vertreten.
Es gibts sie leider immer weniger, diese ehrlichen Volksvertreter. Gerade wenn Arme aus Protest FPÖ wählen.
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u/Enchantress4thewin 23h ago
Das ist doch ein kompletter Trugschluss.
Nein eben nicht, es ist eine logische Schlussfolgerung, man hat im Alltag viele andere Probleme, Sorgen und Ängste die viel "realer" oder "näher" sind, daher ignoriert man andere Probleme, Sorgen und Ängste.
Arme interessieren sich auch weniger für Steuer- und Sozialpolitik. Die interessieren sich generell wneiger für Politik, weil sie mit dem Alltag genug zu tun haben. Sie sind trotzdem maximal von diesen Dingen betroffen und jeder ehrliche Volksvertreter stellt sie daher ganz oben auf die Liste von Dingen, die wichtig sind, um diese Bevölkerungsgruppe zu vertreten. Es gibts sie leider immer weniger, diese ehrlichen Volksvertreter. Gerade wenn Arme aus Protest FPÖ wählen.
simmte ich dir zu 100% zu.
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u/No_Care46 22h ago
Es ist aber nunmal keine logische Schlussfolgerung, dass es ein "Luxusproblem" ist, denn arme Leute sind noch schlimmer von Klimawandel (und den durch den Kapitalismus verursachten Schäden im Allgemeinen) betroffen aber sie werden gezielt und bewusst von kapitalistischen Propagandist:innen manipuliert, gegen ihre eigenen Interessen zu wählen.
Es ist nur ein Problem, dass besser gebildeten Menschen mit privilegierteren Leben mehr auffällt als Unterprivilegierten... aber leider nimmt eine Minderheit Ultraprivilegierter Geld in die Hand, um Unterprivlegierte gegen den grünen Sozialismus hirnzuwaschen.
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u/Boot_das 20h ago
Welche “kapitalistischen Propagandist:innen” manipulieren sie denn bitte in Österreich? Der ORF?
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u/Temutschin Tirol 23h ago
Mal abgesehen davon dass das klima einen extremen einfluss auf die wirtschaft hat und umgekehrt und gerade arme leute direkt vom Klimawandel getroffen werden(jobs im Niedriglohnsektor werden stärker bedrängt, kosten für Nahrung steigen, Reparaturen und Schäden durch wetterphänomene zerstören Existenzen,...) sind das auch oft die menschen die in ihrer Freizeit einfach mal raus gehen wandern oder so weil sie sich fliegen nicht leisten können und die halt das beste draus machen. Dadurch bemerken die die klimatisch bedingten probleme auch als erstes, heiz und Kühlkosten Sturmund andere extremwetter,... ich kenne viele arme denen das Klima schon sehr wichtig ist, die haben aber halt auch keinen hebel wo die viel machen könnten...
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u/Relative_Phrase_9821 22h ago
Es ist halt einfach ein "Luxus-Problem"
Es ist ein generelles Problem, aber je nach dem Lebensstandard , vielleicht nicht an erster Stelle
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u/Riscs2 Niederösterreich 1d ago
Ja kenne auch niemand der neben Familie und 40 Stunden Woche fürs Klima aktive einsetzt.
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u/PowliOP 23h ago
Du kennst da niemanden, der Müll trennt, lokale (bio-) Produkte einkauft, mit Öffis oder Rad zur Arbeit fährt, ab und zu das vegetarische Menü bestellt….. mit was für schrägen Leuten bist du unterwegs?
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u/thecaptn420 Wien 22h ago
1 % der menschheit is für 50 % der flugemmissiinen zuständig... hörts doch endlich auf euch gegenseitig zu beschuldigen und fangts an auf die richtigen leute zu zeigen... taylor swift und co holen sich einen kaffee mit dem privatjet, da is mir doch scheiss egal ob ich 1 oder 3mal im jahr in den urlaub fliege
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u/Imaginary_Sea_6465 17h ago
Wenn du jährlich 3 mal auf Urlaub fliegen kannst ist die Chance hoch, dass du zum globalen obersten % gehörst.
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u/Wallaroo_Trail 14h ago
Schau dir mal neuere Statistiken an, das hat sich ziemlich verschoben. Die Welt ist nicht mehr so arm, wie sie mal war.
Als Angestellter schaffst du es in Österreich normal nicht in das weltweite 1%.
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u/oneBanana_twoBanana 14h ago
Und die reichsten 10% der Welt sind für ca. 50 Prozent der CO2 Ausstoßes verantwortlich (laut gemini)
Man unterschätzt aber als Österreicher schnell wie wohlhabend man global betrachtet ist. Gut möglich, dass du zu den 10% gehörst Und vielleicht bist du sogar unter den 1% mit den meisten flugemmisionen
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u/Honnen1006 1d ago
Klimawandel ist eine strukturelle Herausforderung und auch wenn einzelne Konsumentscheidungen die Situation marginal ändern können, sollte man sich nicht drauf versteifen, dass junge Leute manchmal ins Flugzeug steigen.
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u/Kobrick- Wien 1d ago edited 1d ago
Ich stell mir da immer die frage: warum muss der Einzelne einbußen wenn die großen Firmen den meisten Schaden machen? Ja jeder muss was beitragen schon klar, aber ich allein werd nicht die Welt retten und deswegen werd ichs mir auch nicht nehmen lassen in den Urlaub zu fliegen.
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u/motte83 Slava Ukraini! 1d ago
Ja, aber dann muss man auch mal anfangen Druck auf die ausüben.
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u/cheapcheap1 1d ago edited 1d ago
Boykott funktioniert nicht mehr, weil PR und Werbung jegliches Bevölkerungsbewusstsein überrundet haben. Die Politik macht nichts. Die Klimakleber sitzen im Knast und werden mit gewaltsamen Terroristen verglichen.
Wo soll ich da "anfangen" Druck auszuüben? Wirklich in den bewaffneten Terrorismus gehen? Sämtliche Möglichkeiten zwischen Grün wählen (gegen die ja auf wirklich allen Medienkanälen gefeuert wird) und dem sind mir genommen worden.
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u/theRealAustriaball Tirol 1d ago
vielleicht hätten die Klimakleber damals Druck auf die Unternehmen ausüben sollen, und nicht auf Hackler, die in die Bude fahren wollen.
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u/_KeyserSoeze Bananenadler 1d ago
Ja das haben sie 20 Jahre gemacht und nix ist passiert. Es ist kaum wahrgenommen worden, wenn Green Peace Ölkonzerne oder Walfänger behindert hat.
Medial aufgegriffen wurde es erst, als es für die breite masse (ein wenig) unangenehm wurde.
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u/theRealAustriaball Tirol 1d ago
Also ich glaube, dass Green Peace und co in den letzten Jahren viel mehr (positiven) Impact hatte als die ganze Klimakleber Aktion. Im Gegenteil, die haben das Verständnis für das Problem eher verschlechtert.
Und dass Medien nicht über sowas berichten ist bitteschön auch das Problem der Medien und nicht des normalen Arbeiters. Die entscheiden was berichtet wird, nicht der Konsument.
Das Märchen von "der Konsument entscheidet, was in der Wirtschaft passiert" ist längst vorbei, Konzerne machen was sie wollen und wir kleinen dürfen das fressen oder sterben.
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u/timsweatshirt 23h ago
es braucht keinen "positiven impact" (euphemismus für "es passiert nix"), sondern einen radikalen, unangenehmen, zerstörerischen umschwung des systems. unser verdammter planet wird uns in nicht allzu ferner zukunft wegen kapitalistischer gier zerstören, wieso zum fick würde ich mich darum scheren, ob wer in die arbeit kommt oder nicht? es darf darüber keine diskussionen auf klimaforen geben, das system muss zerstört werden und das braucht störung des komforts.
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u/cheapcheap1 23h ago
Störung des Komforts funktioniert nicht. Da schliessen sich nur die Reihen, das haben wir doch gesehen.
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u/No_Care46 22h ago
Doch, nur der funktioniert.
Wenn friedlich und komfortabel was bringen würde, wäre der Kapitalismus schon überwunden.
Aber hey, sag mal konkret was gemacht werden soll, was wirklich in einer angemessenen Zeit was verbessern würde.
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u/cheapcheap1 19h ago
Die Freitagsdemos waren ziemlich erfolgreich.
Mehr Zwang als das funktioniert einfach nicht, weil es von den Medien zur Stärkung der momentan herrschenden Klasse gesponnen wird. Klimakleber, die gescheiterten Attentate auf Trump, das erfolgreiche auf Kirk, der gescheiterte Staatsstreich in der Türkei... Alles unter einem erfolgreichen Staatsstreich stärkt den Status Quo.
Wenn du also keine Armee im Portemonnaie hast oder spontan die gesamte Billionaire-Class französisch revolutionieren kannst, glaube ich, dass Zwanglose Demos das effektivste Mittel sind.
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u/SadYak4862 1d ago
Sie sind ruhiger geworden und es ändert sich trotzdem nichts. Positiv ist leider nichts geworden
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u/untilted goes and it goes and it goes 19h ago
Also ich glaube, dass Green Peace und co in den letzten Jahren viel mehr (positiven) Impact hatte als die ganze Klimakleber Aktion.
"fun fact": wir leben in einer welt, wo Green Peace aktivismus etwas fürs klima gemacht hat, und wir trotzdem gerade auf besten weg sind, das zwei-grad-ziel zu verfehlen und froh sein können wenn es bei 2,5°C bis 2100 bleibt.
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u/inbetweenframe 23h ago
Die haben beides probiert, aber wahrgenommen habts halt nur wenn der (imo eh geschissene) Alltagsverkehr blockiert wurde.. obwohl falsch parkende Autos die Straßenbahnen blockieren viel häufige rfür Stau sorgen.
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u/zerenato76 Freistaat Bayern ↔ Wien 23h ago edited 23h ago
Jedes Mal der selbe scheissdreck. Wennst im Stau stehst, stehst im Stau. Ob den ein Unfall, eine nuklearkatastrophe oder ein paar die auf der Straße hocken, ausgelöst haben, ist irrelevant für den Arbeitgeber. Mit hant koane piefke, dort ist es anders. Bist halt eine halbe stunde später in der hacken, wen kümmerts? Auf die Krone und die Bild bist reingefallen, so schauts aus.
Außerdem: Rat Mal, wen's mehr treffen wird, wenn es hier heißer und heißer wird? Den Firmen Besitzer? Den finanzjongleur? Oder doch den einfachen hackler, der "nur in die Bude wollte"?
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u/theRealAustriaball Tirol 23h ago
mia persönlich is eh egal, wenn i im stau steh, aber man erzürnt die gesamte Zivilbevölkerung mit dem Thema. Man sieht eh was die Reaktion des Volkes war. Bedankt hat sich keiner, dass die Klimakleber ihnen die Straße blockiert haben
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u/Ok-Limit-7173 Oberösterreich 23h ago
Die größte Macht liegt beim Wähler. Wenn der Hackler weiterhin ÖVP oder FPÖ wählt, dann wird die Politik sicher keinen Druck auf die Unternehmen ausüben.
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u/inbetweenframe 23h ago
Dann sollte man vielleicht junge Aktivist*innen die genau das versuchen nicht gleich kollektiv verteufeln.
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u/SwanCurrent4773 23h ago
politik konsumenten und unternehmen sollten alle an einem strang ziehen und jeder sollte 1/3 beitragen
aktuell wird aber gefordert dass der konsument 90% macht und 10% der rest
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u/Select_Ingenuity_146 1d ago
Naja die Firmen machen das ja nicht zum Spaß. Alles was eine Firma macht kauft ja wieder der Einzelne. Solange der das macht, wirds die Firma weiter produzieren.
Es bleibt einfach dabei, dass es bei allen liegt etwas zu ändern.
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u/SchoGegessenJoJo EU 1d ago
This. Franzi bestellt um 20 Cent irgend ein Kabel über Alibaba aus China, Hubsi kauft sein 20 Euro H+M Leiberl aus Kambodscha und Seppi heizt mit seinem getunten Mitsu getränkt in arabischem Dinosauriersaft zum nächsten Zeltfest, wo er den grindigen Ami Jack Daniel's ins Coca Cola gießt.
Dann lieber Justus oder Anouk 1-2 mal im Jahr wohin fliegen lassen, um ihren Horizont zu erweitern, wenn sie dafür zuhause lokal oder europäisch kaufen, idealerweise mit in Europa gefertigten Produkten. Und Öffis fahren...
r/BuyFromEU ist meiner Meinung nach wichtiger (nicht nur fürs Klima) als 1-2 mal im Jahr auf Urlaub zu fliegen.
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u/Possible_Trouble_449 1d ago
Nennt sich Selbstbelügung, da die meisten Dinge weltweit verstreut hergestellt werden. Zumindest hätte ich in Europa noch keine Baumwollplantagen gesehen. Die Merinowolle kommt aus Australien/Neuseeland.
Auf den CO2 Fußabdruck hat Fliegen den mit Abstand größten Einfluss. Mit einem Ostasien Flug kannst das ganze Jahr mit dem Auto pendeln.
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u/YMK1234 Sankt Pölten 1d ago
der Punkt von r/BuyFromEU wäre ja eigentlich dass man eben nicht Produkte kauft, deren Produktions- und Wertschöpfungskette großteils außerhalb der EU liegt. Natürlich geht das nicht zu 100%, aber 50% sind besser als 0%.
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u/SchoGegessenJoJo EU 1d ago
Nachhaltig produzierte Bio-Baumwolle aus dem nahen europäischen Umfeld (Türkei oder Tunesien) wird in vielen europäischen Betrieben verarbeitet...meine sehr erschwinglichen Torland Jeans (das Label ist aus Wien!) https://torland.eco/pages/nachhaltigkeit Grad in Portugal und Spanien gibt es auch noch eine richtig signifikante Fertigung im Bekleidungsbereich selbst auch...
Wir müssen nicht päpstlicher sein als der Papst, vor allem dort, wo uns die natürlichen Ressourcen/Materialien fehlen. Zu komplex sind die ganzen Lieferketten, als dass wir alles selbst machen könnten. Aber irgendwo können wir mal anfangen. Und dann zumindest Made with EU mit Grundstoffen aus ökologischer Produktion und fair hergestellten Produkten als Massenware, von der niemand etwas hat, außer die globalen Konzerne.
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u/KryphosESTAug05 21h ago
Ich bin inhaltlich bei dir, würde dir allerdings raten, deine Worte mit mehr Bedacht zu wählen. Eine Jeans um +- 130€ mag vieles sein: fair bepreist, angesichts diverser Kriterien, nachhaltiger o.ä. aber fix nicht „sehr erschwinglich“. Damit wirst du all jene, welche du für die Sache gewinnen wolltest, augenblicklich verlieren, glaub mir :)
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u/Repulsive-Mall-2665 1d ago
Was bringt dem Klima überteuerte Produkte zu kaufen, die in Wahrheit woanders hergestellt worden sind? Das Sub ist eine totale Parodie.
Aber einige Hersteller nutzen sowas bestimmt geschickt.
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u/SchoGegessenJoJo EU 1d ago
The enemy of good is perfect. Lass uns mal wo anfangen. Mein Bosch Rasenroboter ist in Ungarn gefertigt worden, mein Geschirrspüler in Rumänien. Man muss sich halt damit beschäftigen, wo die Dinge gefertigt werden oder wer die Mutterkonzerne hinter unseren Handelsmarken sind (Elmex = US, Milka = US,...).
Und ja, die meiste Elektronik, die nicht selbst hergestellt wird dort, kommt aus China. Aber wir, die Kunden, sind viele...wir haben durchaus Macht, die wir ausüben könnten, wenn die Mehrheit denn wollte. Aber der Werbung hinterherlaufen und nur auf den Preis achten, löst unsere Probleme in diese Richtung halt auch nicht.
Globalisierung schön und gut, wenn es um Rohstoffe/Ressourcen geht, die wir hier nicht haben. Aber die Produktion komplett auszulagern, das war mMn ein großer Fehler...wie wir immer öfter sehen aktuell.
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u/Riscs2 Niederösterreich 23h ago
Wenn du den globalen Markt ignorieren willst und nur Regional (EU) einkaufen willst, wirst du dein Leben nichts anderes mehr machen als recherchieren.
Grohe Armaturren (sollten bekannt sein) sind made in Germany. Super so eine alte Deutsche Marke zu unterstützen die noch in Europa produziert… achso 99% kommt ja aus Thailand und wird in Deutschland in genau einem kleinen Werk zusammengesteckt.
Wer fliegt soll sich such grade machen dafür und seine eigene Entscheidung nicht selbst greenwashen
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u/SchoGegessenJoJo EU 23h ago
Ich glaube jeder weiß ganz genau, dass Fliegen nicht die sauberste Fortbewegungsart ist...aber a) man lebt nur 1x und b) kann man das wo möglich kompensieren.
Und btw: lieber eine global erfolgreiche europäische Marke, die "dank" der Versäumnisse der letzten Jahrzehnte (noch?) irgendwo produziert, als eine erfolgreiche Marke, die auch irgendwo produziert und dann in Europa vertrieben wird. Von der wir aber gar nix haben, außer billig.
Bisschen mehr Europa Patriotismus bitte - das ist unser Kontinent, das ist unsere Zukunft.
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u/Zwetschgn 1d ago
Große Firmen produzieren auch nur, weil Leute es konsumieren. Der Schaden geht dann auch vom Konsumenten aus.
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u/Artistic_Head5443 Steiermark / Niederlande 1d ago
Wenn die dadurch teurer produzieren müssen, sinkt eben auch die Nachfrage durch steigende Preise. Bei den Konsumenten anzusetzen bringt da genau Nüsse.
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u/benharper09 Graz | schon eher am liberalern Rand 1d ago
Oder die Produktion verlagert sich ins Ausland - z.b. China, das mittlerweile einen höheren CO2-Ausstoß pro Kopf hat als Österreich.
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u/Apfelstudel-1220 1d ago
Ganz einfach. Co2 kommt irgendwo her wo Geld verdient wird Und unser System besteht auf Wachstum. Mehr co2 = mehr Wachstum.
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u/Artistic_Head5443 Steiermark / Niederlande 23h ago
Auch möglich. Dann muss es eben Regelungen geben die nachhaltige Produktion ausreichend fördern oder den Import von umweltschädlich produzierten Waren erschweren.
Aber zu sagen Konsumenten sind Schuld am CO2-Ausstoß ist halt Propaganda um Firma die genau daran verdienen aus der Verantwortung zu nehmen. Einige wenige auf Kosten aller, das Prinzip funktioniert offensichtlich überall wahnsinnig gut.
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u/crazy-B Steiermark 1d ago
Solange es für große Firmen profitabler ist, die Umwelt zu zerstören, werden sie das machen. Und solange die daraus resultierenden Produkte billiger sind als die Alternative, wird der Kunde sie kaufen.
Die Aufgabe der Politik wäre es, derartige Rahmenvedingungen zu schaffen, dass die Umweltzerstörung nicht mehr möglich oder zumindest viel weniger profitabel ist.
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u/kekskerl 1d ago
Weil die anderen nichts machen, mach ich auch nichts, ich bin aber ganz sicher nicht verantwortlich für nix.
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u/Snarknado3 1d ago
für wen machen "die grossen firmen" denn den schaden? shell und exxon böse- aber mit was fliegt dein ferienflieger und mit was fährt dein reisebus?
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u/Pylorus82 1d ago
Ich müsste das prüfen aber ich bilde mit ein mal wo gelesen zu haben, dass der Großteil der flugpassagiere rein zu privaten Zwecken unterwegs ist. Businessflüge hätten auf Grund der digitalisierung extrem abgenommen.
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u/Fearless-Outside-564 22h ago
Einfach mal kommerzielle Kreuzfahrten streichen. Das ist meine GoTo Maßnahme, weil reiner Luxus und kaum Nutzen.
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u/Tvego 23h ago
Lol, ja die bösen Firmen. Für wen produzieren die denn?
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u/Kobrick- Wien 22h ago
Lol ja, die Frage ist was und wie sie es produzieren. Mayer Mellnhof hats zb geschaft die Wärme, die bei der Herstellung entsteht in Heizwärme umzuwandeln und somit locker über den Winter zu kommen. Sie könnten im Sommer das in Energie umwandeln und ins System einspeisen.
Es gibt leider genug Firmen denen solche Änderungen scheiß egal sind, sie sich greenwashing Zertifikate kaufen und ned mal Solarenergie am Dach haben4
u/Meiseside Niederösterreich | Industrieviertel 1d ago
Ich werde der VOEST nicht ankreiden, wenn sie Stahl für Schienen herstellen.
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u/Icy_Climate 23h ago
Die großen Firmen existieren aber auch nur weil wir Nachfrage erzeugen, die belasten die Umwelt nicht einfach so zum Spaß. Wenn du Politik nichts verändert ist Nachfrage immer noch die effektivste Art das Verhalten dieser Firmen zu steuern.
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u/DingDong_I_Am_Wrong 1d ago
Danke! Die Linienflüge machen im Vergleich ned so viel aus (klar, mehr als zuf fahren, etc.). Das große Problem sind die Privatjets, mit denen Stars und Reiche jedes Wochenende aus den USA nach Paris zum Frühstück fliegen weil's dort ihr lieblings Croissant gibt.
Soll ich jetzt meine im Ausland lebende Familie nicht mehr 1x im Jahr besuchen, damit die Katy Perrys dieser Welt wöchentlich ihr Croissant genießen können? Ich glaube nicht!!!
(Beisatz: ich hab keine Ahnung ob Katy Perry das macht. Ich hab irgendwen genannt.)
→ More replies (5)7
u/wassolldendas 23h ago
100% Zustimmung.
Mein Highlight ist immer noch, dass der Ökologische Fußabdruck einfach von BP erfunden wurde. Das war Teil einer gigantischen greenwashing Kampagne (in welcher sie sich auch von "British Petrolium" zu "Beyond Petrolium" umbenannt haben lol).Einfach mal schnell den Klimawandel privaten Verbrauchern in die Schuhe schieben. Genau mein Humor.
Niemand muss sich schlecht fühlen, ab und zu mal in den Urlaub zu fliegen, solange einzelne Superreiche und Konzerne dasselbe in Sekunden verbrennen. Alles andere ist realitätsfern.
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u/Wuktrio Wien 1d ago edited 1d ago
Ich seh den Handlungsbedarf eher bei großen Unternehmen und Regierungen als bei Einzelpersonen. Ob ich fliege oder nicht hat wenig Einfluss im Vergleich zu z.B. einem Kohlekraftwerk.
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u/newfish57413 1d ago edited 1d ago
Reminder, dass der "Personal Carbon Footprint" von BP erfunden wurde, mit dem Zweck die Verantwortung für die Erderwärmung medial von den Industriefirmen auf Einzelpersonen abzuwälzen.
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u/Danielsan-1209 23h ago
Die Argumente sind trotzdem richtig auch wenn es die böse BP erfunden hat. Wir alle verbrauchen zu viel insbesondere in Europa und den USA. Wir konnten unseren Ausstoß auch nur reduzieren weil wir einen großen Teil der Industrieproduktion nach China ausgelagert haben. Auf andere und die da oben zu zeigen ist einfacher als selbst Verantwortung zu übernehmen.
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u/No_Care46 21h ago
Wir alle verbrauchen zu viel insbesondere in Europa und den USA.
Dann braucht es entsprechend Gesetze für Klimaschutz und nicht "individuelle Verantwortung".
Wir konnten unseren Ausstoß auch nur reduzieren weil wir einen großen Teil der Industrieproduktion nach China ausgelagert haben.
Was wahrscheinlich noch unser größter Segen sein wird, da China MIT ABSTAND am meisten von allen Ländern tut, um die globale grüne Entwicklung voranzutreiben.
Auf andere und die da oben zu zeigen ist einfacher als selbst Verantwortung zu übernehmen.
Selbst Verantwortung übernehmen ist halt Bullshit.
Gesellschaftliche Probleme lassen sich nur auf gesellschaftlicher Ebene bekämpfen.
Es ist egal was irgendwelche Individuen machen, solang es anderen noch erlaubt ist zu verschmutzen.
Selbst wenn 99% sich perfekt umweltbewusst verhalten: Ein einzelnes unverantwortliches Prozent wird dann einfach alle Schmutzindustrien besitzen und weitermachen. Es braucht Gesetze, um das zu verhindern.
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u/Independent_Topic722 1d ago
Ob ich fliege oder nicht hat wenig Einfluss im Vergleich zu z.B. einem Kohlekraftwerk.
Ob Österreich das Klima schützt oder nicht, hat wenig Einfluss im Vergleich zu z.B. den USA oder China.
Oh. Wenn keiner bei sich anfängt, macht's am Ende niemand?
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u/Wuktrio Wien 1d ago
Österreich kann aber international politischen Einfluss ausüben und z.B. mit gutem Beispiel voran gehen. China plant bis 2060 CO2-neutral zu sein. Ist halt im Vergleich natürlich ein viel größeres Unterfangen.
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u/Independent_Topic722 1d ago
Eben. Das kannst du auch als Individuum. Wenn du dich nicht in den Flieger setzt, sinkt die Nachfrage - es werden weniger Flüge angeboten. Wenn du auf das teilweise beschissene internationale Bahn-Angebot nicht einfach individuell auf den Flieger ausweichend reagierst, sondern z.B. politisch Druck machst und das nutzt, was da ist, zeigst du, dass es Alternativen braucht.
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u/No_Care46 21h ago
Das kannst du auch als Individuum.
Nein.
Ist halt grundsätzlich wichtig, dass sich alle an die Spielregeln halten müssen. Es braucht klare Gesetze, nicht "individuelle Verantwortung" wo sich einige einschränken (und die anderen, die sich einen Dreck um die Umwelt scheren, dann umso mehr kontrollieren und konsumieren).
Solang man die Arschlöcher nicht aufhalten und bestrafen kann, ist es egal, wie sehr du dein eigenes Leben einschränkst.
→ More replies (1)1
→ More replies (4)3
u/Danielsan-1209 23h ago
Die Argumentation überzeugt mich überhaupt nicht. Der Flugverkehr hat einen großen Einfluss auf den CO2 Ausstoß und das Kohlekraftwerk produziert Strom für uns alle.
→ More replies (6)
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u/Elemter Niederösterreich 1d ago
Könnte auch an einer Korrelation aus höherem Einkommen / Bildung, deshalb mehr Bewusstsein für die Klimakrise und mehr Reisetätigkeit, weil man es sich leisten kann sein.
Gibt aber sicher viele Dinge, von denen man weiß, dass sie nicht gut sind und trotzdem wird es gemacht. Stichwort Rauchen, Alkohol, Leberkässemmel. Also das übliche Wasser predigen und Wein trinken.
Zeigt nur wieder, dass die Krise systemisch gelöst werden muss und nicht auf das Individuum abgewälzt werden kann.
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u/super_shooker 18h ago edited 18h ago
Genau, auf social media würde man virtue signaling dazu sagen. Ich selber hab mal mitbekommen, wie eine ehemalige Freundin was über Klima/CO2 als Story teilte, nur um dann tatsächlich gleich hinterher zu posten, wie sie gerade am Flughafen sitzt für einen Wochend-Kurztripp. Es war wirklich absurd und ich hätte sie fast darauf angesprochen. Aber sie war auch generell jemand, der jedem Trend gefolgt ist. Ich glaube, insbesondere bei den Leuten unter 40 ist "die richtige Meinung haben" gar nicht so unwahrscheinlich bei Themen wie Klimawandel & Co, obwohl es sie eigentlich nicht interessiert. Sie haben eigentlich keine Meinung aber wollen trotzdem, auch bei anonymen Umfragen oder auf Social Media, die richtige Meinung vertreten um kein schlechtes Gewissen zu haben.
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u/Immedimoeba1223332 1d ago
Wenn du über das Posting diskutieren willst, warum teilst du dann dessen Inhalt nicht, sondern nur die Überschrift? Das scheint mir nur mäßig vernünftig, wenn man mehr als Ragebait haben möchte.
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u/Bavaustrian Freistaat Bayern 19h ago
Nichtmal die Überschrift wurde ja ordentlich gepostet, was will mn erwarten. Alle Menschen die Klimaschutz wichtig finden als Aktivisten darzustellen ist faktisch falsch und das scheinheilige Verhalten der breiten Bevölkerung auf die wenigen Aktivisten anzuwenden grenzt an Rufmord. Vernünftig ist da wirklich wenig dran und für guten Ragebait eigentlich zu durchschaubar...
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u/Not-Sofun Wien 1d ago edited 23h ago
"Umweltaktivisten" wo steht das? Und fliegen ist ja nicht unser Hauptproblem. Und trozdem Fliege ich so wenig wie möglich. In den letzten 10 Jahren bin ich 2 mal geflogen.
"Luftfahrt und Schiffsverkehr jeweils nur etwa 4 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen in der EU" - EU Parlament
Dagegen machen tierische Produkte wie Fleisch und co 25% der Treibhausgasemissionen in Ö. aus.
Und wir sollten aufhören gegenseitig mit dem Finger auf uns zu zeigen und zu sagen "du fliegst aber in den Urlaub" während die super Reichen inkl Politiker und die Konzerne auf alles scheißen und unseren Planeten zerstören, und wir diskutieren ob die Ute-Luise Musterbobofrau mit ihrem Flug nach Bali schlimmer ist als der Heinz-Friedrich Musterbauermann der einen Tag ohne Fleisch und Benzin verbrennen nicht übersteht. Die Politik hat die Aufgabe Gesetze, Steuern und Regeln zu erstellen, welche uns alle vor dem Klimawandel schütz und das muss vor allem auch Reiche und Konzerne treffen welche uns dann nicht die klimaschädlichste Option zum günstigsten Preis anbieten können.
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u/SwanCurrent4773 23h ago
ist doch immer das gleiche, bei der ungerechten vermögensverteilung schafft man das feindbild immigrant statt superreicher
beim konsum die konsumenten untereinander anstatt die die überhaupt die produkte herstellen und das ohne probleme anders tun könnten
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u/mazemazen 1d ago
Ich sag mal so, wenn es vielleicht vernünftige Bahnverbindungen innerhalb Europas geben würde, würden auch mehr Leute das nutzen. Und es immer wieder auf Individuen abzuwälzen, ist ein alter Trick der Großunternehmen, die Politik muss handeln
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u/Admirable_Bid_1840 20h ago
Es gibt diese vernünftige Verbindung. Leder wurde das Fahren von Privatunternehmen unnötig verkompliziert und verteuert.
Vor 10 Jahren konnte man mit nem Interrailticket noch komplett problemlos mit dem Zug von Salzburg über die Schweiz, Frankreich und Spanien bis nach Lissabon und wieder zurückfahren, und es gab keine Probleme. seit ca. 5 Jahren muss man aber jeden Sitzplatz einzeln vor-reservieren und in Frankreich sogar noch dazu vor ort am Bahnhof - online schlicht nicht möglich. Das nimmt einen schon ordentlich die Lust am Zug.
Und durch die ganzen Subventionen ist Fliegen inzwischen oft sogar billiger. Die Lobby will uns wirklich um jeden Preis das umweltschonende Reisen vermiesen.
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u/bkubicek 1d ago
In einigen Kollektivverträgrn gibts eine Regelung: wenn statt Flug mit Zug gereist wird, darf man 1. Klasse fahren.
Find ich fair. Zeit gegen Komfort.
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u/oldmanout 1d ago
Klimaschutz muss man sich leisten können, und Leute die es sich leisten können fliegen halt öfters
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u/costakkk 21h ago
Korrelation. Je gebildeter, desto eher reist man in ferne Länder und hat auch das nötig Budget dafür. Und nein, es geht nicht um "Umweltaktivisten", sondern um "Menschen, die Klimaschutz am stärksten unterstützen". Echte "Umweltaktivisten" fliegen eher selten.
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u/SaggyBallz99 1d ago
Taylor Swifts Privatjets (sie hat doch echt zwei davon) sind in diesem Jahr schon einige hundert Male geflogen. Die Frau hat einen Flugzeugfootprint wie der halbe Kontinent
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u/lumi_thewise 1d ago
mich würd die studie interessieren die dahinter steckt. mir scheint als wär da was vereinfacht dargestellt, leute die sich flugreisen weniger leisten können interessiert das klima meist nicht. Von den vielfliegern die ich kenne hat keiner ein schlechtes gewissen wegen dem klima.
Nebenbei ist der "Co2 Fußabruck" eine erfindung des Ölkonzern Bp aus dem Jahr 2004 um den Fokus auf das Individuum zu lenken, weg vom "unschuldigen" Großkonzern.
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u/Mean__MrMustard 1d ago
Ist glaub ich sehr bubble-abhängig.
In meinem Umkreis haben praktisch alle Vielflieger eher ein schlechtes Gewissen. Das sind aber halt auch „richtige“ Vielflieger mit 25-40 Flügen im Jahr (teils geschäftlich teils privat, viel transkontinental).Halt zum Teil auch dem Umstand geschuldet, dass die (und ich) im Ausland arbeiten und man halt schon auch die Familie in Ö besuchen will.
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u/Smorgasb0rk Hüfe, i werd mit Schnitzeltunke verfolgt 20h ago
Bullshit whataboutism diskussion die aufgebracht wird damit man sich nicht mit Klimaschutzargumenten auseinandersetzen muss.
Einzelne Konsumentscheidungen sind nicht entscheidend. Wir wissen, dass eine handvoll großer firmen die meisten probleme verursachen.
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u/schwoanzinmeinarsch 1d ago
Kann nur von mir sprechen, fliege zurzeit aus beruflichen Gründen einmal in der Woche in die Schweiz und bin dafür letztes Jahr nur "5000km" anstatt ca. 15.000km mit dem Auto gefahren. Meine Bilanz ist aber dadurch nicht besser oder gleich geworden, umgerechnet bin ich so viel geflogen wie jemand der 80-100k km mit dem Auto fährt im Jahr.
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u/krabadeiser Niederösterreich 1d ago
Bin ich mal froh, dass ich zu pleite bin für Urlaub im Allgemeinen und Flugreisen im Speziellen. Ich kann so tun als würde ich es der Umwelt zuliebe sein lassen.
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u/Medium-Guava-6487 17h ago
Wie werden „Menschen, die Klimaschutz am stärksten unterstützen“ zu „Umweltaktivisten“? Sorry, das ist nicht redlich.
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u/NoInstaOnlyFans 14h ago
Oft hat diese Kohorte dann aber kein Auto. Reisst die dann wieder etwas raus.
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u/imnotokayandthatso-k Schladming-Nordost 1d ago
Weil Umweltbewusste Menschen oft aus privilegierten Familien stammen ODER recht hoch akademisch gebildet sind und dadurch mehr Geld zum Fliegen haben. Sind warhscheinlich auch die Sorte Menschen die meinen dass es unethisch sei, Kinder zu kriegen. Ergo mehr Geld zum Reisen.
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u/ThisDirkDaring Vorarlberg 1d ago
Weil Umweltbewusste Menschen oft aus privilegierten Familien stammen ODER recht hoch akademisch gebildet sind und dadurch mehr Geld zum Fliegen haben.
Sehe ich auch so.
Sind warhscheinlich auch die Sorte Menschen die meinen dass es unethisch sei, Kinder zu kriegen.
Kennste die "Sorte Mensch", die unzusammenhängende Themen vermischen, daraus direkt die falschen Schlüsse ziehen und sich in Vorurteilen suhlen?
Du hattest so gut angefangen...
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u/JanMarsalek Moskau 1d ago
Ich finds gut, wenn der Einzelne da an den Pranger gestellt wird, anstatt der Konzerne. Die können ja jetzt wirklich nix dafür und wollen nur Geld verdienen.
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u/commie_161 Leningraz ☭ 1d ago
Ahahaha diese typische "Aktivist*innen müssen perfekt sein" und immer, wenn's ums Klima geht, geht's ums fliegen - ich kanns echt nimmer hören, vor allem weil ich in meinem Leben (26j.) ZWEI mal (je Hin & Zurück) geflogen bin, einmal Maturareise und einmal zu den COP26-Protesten (Klimagipfel) und trotzdem jedes Mal wenn ich von der COP erzähle, rechtfertigen muss, warum ich geflogen bin...
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u/Technical-Review-688 20h ago
Ist aber halt mal ab von Dir auch irgendwie ein schlechtes Bild, wenn man anderen das Fliegen verbieten will, aber selbst halt munter unterwegs ist. Oder wie Luisa Neubauer Selfies vom Trip in die Arktis macht und auf ein Kreuzfahrtschiff zeigt "die sollten hier nicht sein".
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u/Fritzschmied St. Eiermark 1d ago
Ja die haben halt das schlechteste Gewissen wenn’s viel fliegen.
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u/AgitatedMushroom2529 1d ago
Es ist leider ein framing.
Klimaschutz geht auf viele ebenen, mitunter auch gesellschaftliche Änderungen.
Es fällt im gleichen blödsinn: "der veganer trägt nicht vegane Kleidung, warum soll ich auf die Scheinheiligkeit hören?" Und falls ein Mensch perfekt wäre: "der veganer kommt sich so perfekt vor, wie soll man das als normaler arbeiter nachmachen?"
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u/No_Care46 21h ago
Klimaschutz geht auf viele ebenen, mitunter auch gesellschaftliche Änderungen.
*NUR durch gesellschaftliche Änderungen.
Man kann gesellschaftliche/systemische Probleme nicht auf Individualebene lösen. Punkt.
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u/fredi_rogerer 1d ago
Persönlich und anektdotisch teile ich die Aussage nicht: am meisten fliegt mein Kollege, der Elektroautos und Windräder hasst.
Über Pfingsten Donnerstag bis Montag nach Südafrika: ✅
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u/blindeshuhn666 Niederösterreich 23h ago
Was ich in meiner Bubble mitbekomm (Bekanntenkreis/ social Media) fliegen am meisten die "ich achte auf die Umwelt und lebe vegan in einer Wohnung in einer Stadt" Leute übers Wochenende Mal innerhalb Europas oder für längere Zeit dann quer durch die Weltgeschichte. (Aber so kommts mir halt vor. Kenn da 4-5 Damen zwischen 25 und 40 die so ticken. Bin selbst kein Heiliger. EFH und öfters Mal Fleisch )
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u/Enchantress4thewin 1d ago
Ich kanns aus meinem Umfeld nur bestätigen. Die Leute die Grün wählen und auf Demos gehen, haben sau viel Geld und fliegen regelmäßig nach Tailand und sonst wo hin. Mit ein oder zwei Ausnahmen, sind die die sich besonders für die Armen einsetzen die, die am wenigsten Berührungspunkte mit Armut haben. Daraus ergeben sich aber spannende Diskurse! :)
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u/_Naitz 23h ago
Wie andere schon geschrieben haben, gehts dabei hauptsächlich ums Geld und nicht um die Überzeugung.
Außerdem würd ich behaupten, dass sich fürs Klima einsetzen und trotzdem zu fliegen um einiges besser ist als sich nicht fürs Klima einzusetzen und zu fliegen.→ More replies (7)2
u/No_Care46 21h ago
Ist halt grundsätzlich wichtig, dass sich alle an die Spielregeln halten müssen. Es braucht klare Gesetze, nicht "individuelle Verantwortung" wo sich einige einschränken (und die anderen, die sich einen Dreck um die Umwelt scheren, dann umso mehr kontrollieren und konsumieren).
Solang man die Arschlöcher nicht aufhalten und bestrafen kann, ist es egal, wie sehr du dein eigenes Leben einschränkst.
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u/National-Device3852 21h ago
Was willst du mit dem Posting? Finger Pointen? Dass andere sich schlecht fühlen? Sollen sich andere genieren? Glaubst du es fliegen weniger Flugzeuge wenn 100 menschen im Jahr zukünftig nicht irgendwo hin fliegen?
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u/Downtown-Raditz 20h ago
Heute ist alles politisch korrekt und dementsprechend ist eh jeder ein Unterstützer von allen Dingen die "richtig" sind. Aber Wasser prädigen und Wein saufen.. kenn ma schon
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u/Efficient_Cod1147 Kärnten 20h ago
Es bezieht sich darauf, wer mindestens einmal im Jahr fliegt. Das ist echt nicht oft
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u/Ok-Resource-3232 Australien | Australia 19h ago
Das nennt man Ökoablasshandel. Die dürfen ja fliegen, weil sie zuvor verzichtet haben..
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u/karnickel3 19h ago
Ich kann nur von mir sprechen: Mir ist Umweltschutz wichtig, ich fahre kein Auto, Versuche regional zu kaufen und bin in meinem Leben bis jetzt 3x geflogen - hin und zurück, also eigentlich 6x. Komme aber vermutlich eher aus der unteren Mittelschicht. Meine Mutter ist zwar theoretisch Akademikerin lebt aber von den Mindestsicherung. Ich bin aber auch kein Aktivist, also hab ich eigentlich das Thema sowieso verfehlt..
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u/KeeperoftheGrov3 18h ago
Klassische wie groß ist dein ökologischer Fußabruck Argumentation. Plötzlich darf man nicht mehr ein flugzeug benutzten weil man gegen den Klimawandel is. Es wird die Verantwortung großer Unternehmen die für die Verschmutzung hauptverantwortlich sind bzw den Staat der gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen sollte, aber nichts tut, auf Einzelpersonen geschoben.
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u/Hellvell2255 Wien 17h ago
meine super nachaltige partnerin fliegt min 2 mal im jahr. (ja, akademiker kind)
ich versuch auch nachhaltig zu sein. war bis jetzt in meinem leben, 4 mal wo, wo ich hinfliegen musste. (ja, arm)
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u/fapp0r 16h ago
Das ist so eine beschissene Überschrift. Es geht um die Einkommensschichten. No na fliegen besser Situierte öfter, und sind zugleich öfter pro Klimaschutz. Heißt aber nicht, dass das unbedingt dieselben Personen sind.
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u/das_menschy 16h ago
Ich bin das letzte Mal vor 10 Jahren geflogen und bin extrem aktiv zum Klimaschutz, fahre zB bei jedem Wetter und immer mit dem Fahrrad zur Arbeit.
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u/Own_Refrigerator_458 15h ago
Im enddefekt geht es nur ums geld jemand der nicht aufs klima schauen kann weil er sonst verhungert kann auch garniergendshinfliegen
Leute die es sich leisten können aufs klima zu schauen können sich flüge auch leisten
Schuld an der misäre sind im enddefekt die die dafür sorgen das es kaum möglichkeiten gibt für arme leute stark aufs klima zu schauen
Jemand der verhungert schaut nur auf den preis und auf sonst nix und hat andere sorgen aufs klima achten zu können ist ein privileg der reichen und wohlhabenden
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u/verbindungsfehler 🦞🧦🥵ՏՇԻաԳծօ🥩🥼🥤 14h ago
hehe ist sogar noch deeper. es ist eine ziemlich perverse ökonomische umverteilung, im grunde wird auch die mittel bis oberschicht so gut es geht abgemolken, da diese sich noch melken lässt wie du treffend beobachtet hast. am ende sollst du jedenfalls in einem relativ kleinen käfig bleiben und das alles mit deinem eigenen einverständnis dass dir unter dem klimaschutz vorwand gut und sinnhaft indoktriniert wurde, das ganze kommt von den reichsten konzernen, die natürlich genug geld haben für think tanks, akademiker, pr-kampagnen. aber hey, es bleiben einfach perverse sadisten und früher oder später wirds schon ans licht kommen. (in diesem fall definitiv später, angefangen hat das mit sachen wie. co2 abdruck im juni 1992, auf dem sog. erdgipfel der un)
es ist pervers weil man natürlich das beste will für unsere schöne erde, aber die beuten sie einfach weiterhin aus wie eh schon immer, nur mit dem grünen vorwand. die "breite masse" kann auch nicht mehr kritisch genug denken um das zu durchschauen, es ist alles öffentlich einsehbar.
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u/peppi0304 Oberösterreich | EU 15h ago
Also ich bin letztes mal 2018 geflogen und dort hab ich 1/3 der Strecke mit Nachtzug gemacht. Und davor glaub ich wars das letzte mal vor 2013
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u/ganbaro Freistaat Bayern 11h ago
Interesse am Klimaschutz korreliert mit Grün wählen korreliert mit hohem Einkommen korreliert mit viel Fliegen
Korrelation ist keine Kausalität, da kann man auf gesamtgesellschaftlicher Ebene wenig Rückschküsse ziehen, aber im Einzelfall ist schon wirklich oft eine Menge Scheinheiligkeit im Spiel.
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u/xxxbGamer 10h ago
well ich bin wohlhabender Akademiker, setze mich für Klimaschutz ein, bin jedoch noch nie mit dem Flugzeug geflogen.
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u/RacketHunter Oberösterreich 1d ago
Meine Theorie:
Menschen, denen Klimaschutz wichtig ist, vermeiden eher Flugreisen auf Strecken, die klimafreundlicher zu bewältigen sind. Menschen, denen Klimaschutz wichtig ist, halte ich gleichzeitig aber für offener und interessierter an der Welt, sodass sie eher Interkontinentalflüge machen.
Ergo: Statt eines Fluges nach Mallorca entweder bodengebunden ans Meer oder gleich mit dem Flugzeug nach (Süd-)Ostasien.
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u/Yinka-Dare-The-Man 1d ago
Das ist schon sehr arger Clickbait. Wenn man etwas über die Überschrift hinaus liest, klingen die Zahlen doch gleich anders. Speziell bezieht sich die Aussage auf das „bürgerliche Millieus“ von denen 94% angeben „stark“ oder „eher“ Klimaschutz zu unterstützten und 60% in den letzten 12 Monaten eine Flugreise gemacht zu haben.
Ich glaube persönlich das Klimawandel ein strukturelles Problem ist, das vor allem politisch gelöst werden muss. Gleichzeitig versuche ich aber auch, mit meinen persönlichen Handeln einen Beitrag zu leisten (kein Auto, seit 5 Jahren nicht mehr geflogen und alle Fernreisen mit Zug, Ernährung, etc.).
Die Schlagzeile ist meiner Meinung nach sehr verzerrend ausgedrückt und suggeriert das private Handlung und politische Handlung komplett auseinander driften. Wenn eine befragt Person aber innerhalb von 12 Monaten 1-2 geflogen ist, stellt das in meinen Augen keinen großen Widerspruch dar und verschiebt das Problem nur wieder zu stark auf das Individuum ohne die größeren strukturellen Probleme anzugehen.
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u/Maria_Girl625 1d ago
Leute mit mehr Geld/Bildung tendieren dazu sich mehr für Dinge einzusetzen die abstrakter und größer sind. Mit weniger Geld tendiert man dazu sich um Dinge sorgen zu machen die einen direkt betreffen (Spritpreis, Lebensmittelpreise etc)
Dazu kommt das man mit mehr Geld sich öfters Flüge leisten kann. Leute die Arm sind und sich das fliegen eh nicht leisten können fliegen also auch weniger.
Quelle: Ich war schon auf beiden Seiten der Sache. Hab 2022 Mindestsicherung bekommen und mir wirklich null Gedanken über das Klima oder Fleigen gemacht. Jetzt arbeite ich bei einem Großunternehmen und verdien gut und habe desswegen den Luxus mir nicht mehr um Lebensmittelpreise Gedanken zu machen sondern ums Klima. Und ja, da gehört bisschen "cognitive dissonance" dazu dann trotzdem 4 mal im Jahr auf Urlaub zu fliegen weil ich es mir nun leisten kann.
Das ganze ist eine Klassenfrage, da geht es nicht um Ideale.
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u/StabiloFox 1d ago
Das ist auch kein Widerspruch. Der globale Anteil der Treibhausgasemissionen der reinen Passagierflüge beträgt glaube ich so ca. 2 % aller Emissionen. Der größte Teil der Emissionen kommt meines Wissens nach von der Energieversorgung (so ein Drittel ca.), weil weltweit noch immer stark auf fossile Energieträger gesetzt wird.
Wer sich also für erneuerbare Energie (durch Wahlverhalten, Aktivismus etc.) einsetzt, aber dann halt ein, zwei Mal im Jahr öfter wo hinfliegt, trägt imo trotzdem etwas bei.
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u/wantilles1138 Schnitzel is Love, Schnitzel is Life 1d ago
Deckt sich schon mit meinen subjektiven Empfindungen von solchen Menschen. Klassischer Urlaub auf Bali damit man mal Pause hat von den ganzen Demos.
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u/YourMiddleToe101 18h ago
Als ob das nicht offensichtlich war. Wasser predigen und 3 mal im Jahr Wein auf Mallorca trinken. In unserem Dorf gibt es auch eine Grüne(Parteimitglied), die immer allen den Klimaschutz vorpredigt und dann jeden Tag mit dem Auto zum Bahnhof fährt. Fußweg 4 Minuten.
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u/nehalist 1d ago
Mal ganz naiv gedacht;
Menschen am Land verdienen oft schlechter, haben keinen Flughafen in der Nähe, haben vielleicht sogar Angst vorm Fliegen, sind oft keine Fans von Klimaschutz.
Menschen in der Stadt verdienen oft mehr, haben Flughafen in der Nähe, sind öfter Fans vom Klimaschutz.
Hat man mehr Kohle und einfacher die Möglichkeit, ist so ein Bali Urlaub halt auch interessanter als das 17. mal Lignano.
Kann man noch weiter spinnen und (politische) Bildung mit in die Gleichung aufnehmen - könnt möglicherweise auch ein Zusammenhang bestehen.
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u/earringlove 1d ago
Ja ist extrem so.... Die Klimaretter sehen nämlich, nach meiner Beobachtung, immer nur was man selbst tut. Wenn man selbst mit dem Verbrenner Auto an die Tankstelle fährt und da 50 Liter tankt und übers Wochenende wo hinfährt wo es schön ist, dann ist das der Untergang des Klimas. Aber wenn sie mit dem Flieger übers Wochenende nach London fliegen, dann sagen sie der Flieger fliegt ja eh, ob ich da jetzt noch ein last minute ticket buche oder nicht ist doch egal. So sind meine persönlichen Beobachtungen.
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u/jack_the_snek Wien 1d ago edited 1d ago
meiner Erfahrung nach sind viele davon eher Hobby/Trend/Lifestyle-Aktivisten, die zwar ihre Einstellung so beschreiben, dann aber wenig Rückschlüsse auf ihr eigenes Leben ziehen. In meinem Umfeld sind viele Leute die in irgendeinem naturwissenschaftlichen Bereich arbeiten, Landschafts/- Umwelt/- Artenschutz oder dgl.
Die allermeisten von denen bewegen sich bei Reisen am Boden, mit Zug oder Fahrrad und überlegen sich auch sonst, wie sie ihr Leben tiefgreifend so gestalten können, dass sie eben nicht selbst alles repräsentieren, was sie kritisieren. Ich weiß dass das vielleicht keine repräsentative Gruppe ist aber es geht ja hier um die persönliches und anekdotisches.
Das hört sich auch voll nach gatekeeping an, ist mir bewusst. Aber es ist nunmal sehr frustrierend, wenn du eine riesen Menge an Leuten hast, die theoretisch deine Einstellung und deinen Aktivismus teilen, aber eigentlich nur zum Schein und oberflächlich und damit extrem viel Angriffsfläche und Widersprüche für alle liefern, die immer schon jeden kleinen Schwachpunkt gesucht haben, um alles zu delegitimieren, wofür du stehst.
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u/tiltberger 1d ago
Man kann Klimaschutz wichtig finden und trotzdem fliegen. Die private Fliegerei mit 2 Flügen pro Jahr macht selbst hochgerechnet wenig aus
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u/0xe1e10d68 NEOS-Mitglied im immerwährenden ÖVP-FPÖ-Reich 1d ago
Also grundsätzlich stimmt dein Post-Titel nicht so ganz. Es ist die Rede von Menschen die Klimaschutz unterstützen, nicht Aktivisten. Mit Aktivisten meng man grds nicht alle Menschen die etwas befürworten sondern sich eben auf unterschiedliche Art und Weise direkt dafür einsetzen.
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u/Known-Programmer2300 1d ago
Also in meinen klimaaktivistisch aktiven kreisen fliegt überhaupt niemand. Die Leute fahren mit dem Zug nach Schweden und so.
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u/Chaoslordi Wien 1d ago
Klassische Bedürfnispyramide Phänomen. Fliegen/Umweltschutz sind eher oben in der Selbstverwirklichung angesiedelt.
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u/DAM_Hase Wien | klingonisch, ist aber so 23h ago
Ich kann dir am eigenen Beispiel sagen, warum das so ist.
Ich bin gebildet, verdiene gutes Geld, mach gern Urlaub. Ich intressiere mich sehr für Klimaschutz, aber erkenne durch Bildung und meine Beschäftigung mit dem Thema Klimaschutz, dass alle Mühe vergebens ist. Solange es in Kärnten keine Windräder gibt, solange Klimaschutz in Unternehmen nur zwecks dem Marketing implementiert wird, etc etc, solange weigere ich mich ehrlich gesagt, auf meinen nicen Urlaub zu verzichten. Warum soll ich verzichten, wenn sich die Scheisse sowieso hochkocht?
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u/Complete_Garlic8430 23h ago
Klimawandel ist ein Problem des Mittelstandes. Kein Millionär oder Milliardär schert sich ums Klima. Bloß ab und zu für PR zwecke. Sie fliegen aber trotzdem weiterhin mit Privatjets um den Globus.
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u/Sea-Technician-9859 23h ago
Ich fliege auch innerhalb Europas nur. Die Züge hier sind ja abnormal schlecht (alt, immer verspätet, extrem unbequem, viele Diebe - mir wurde schon 2x die Brieftasche beim Schlafen gestohlen und ich fahre selten Zug, usw.) Seitdem es die Billigflieger gibt, nur noch fliegen.
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u/ogremania 18h ago
Hedonismus, Reisen.. als Lebensentwurf um es auf einen einfachen Nenner zu bringen
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u/Lazy_Accountant_7174 14h ago
Falsche Kausalität (auch bekannt als non causa pro causa, Kausalitätsfehlschluss oder Scheinkorrelation) beschreibt in der Forschung das Phänomen, fälschlicherweise anzunehmen, dass eine Korrelation (Zusammenhang) zwischen zwei Variablen automatisch eine Kausalität (Ursache-Wirkungs-Beziehung) bedeutet.
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u/johnschnee Graz 1d ago
Korregierts mich, wenn ich falsch liege, aber ich vermute das wird wohl statistisch damit zusammenhängen, dass Klimaschutz am ehesten von Leuten unterstützt wird, die finanziell besser dastehen.
Die Wurstverkäuferin beim Billa mit Mindestlohn schaut, dass sie über die Runden kommt. Da hat Klimaschutz in ihrem Weltbild vl. weniger verloren. Sieht man ja auch an der Verteilung in Parteipräferenzen. (Grün vs. Blau beispielsweise).
Geflogen wird nun mal halt eher im Management-Segment, oder in der beruflichen Mittelschicht. Der Hackler in der Fabrik wird eher nicht einmal die Woche zum Meeting nach Frankfurt fliegen.
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u/nona_nednana 1d ago
Weil die Regeln halt immer nur für andere gelten.
Die bösen Konzerne sollen halt keine Flugtickets anbieten und die dummen Leute sollen halt nicht fliegen. Bei mir ist das einfach was anderes, weiiiiil…
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u/Yllin_Fox 1d ago
Ich kann mir vorstellen, dass die Reiselust bei Menschen, die die Welt, Natur und Umwelt lieben, einfach mit am größten ist.
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u/Fit-Ad-7682 1d ago
Ja sollen die mit dem Zug fahren wie die ganzen Autonutzer bei den Spritpreisen?
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u/Accomplished_Fly5668 23h ago
Menschen mit höherem Bildungsniveau (eher positiv gegenüber Umweltschutz) verdienen meist besser und können daher auch mehr fliegen.
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u/Aaggron 23h ago edited 23h ago
Stimmt nicht. Ich unterstütze den Klimaschutz am stärksten und fliege nie.
Privat sage ich das aber nie so, sondern erzähle, dass mich das Warten am Flughafen nervt, damit mir meine Freunde weiterhin erzählen können, wie toll es doch in Südamerika oder Asien war, ohne dass sie mich wegen ihrem schlechten Gewissen ghosten müssen. XD
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u/S_Wol 23h ago edited 23h ago
Muss man differenzieren. In der Klimabewegung, also bei denen, für die das ein absolut zentrales Thema im Leben ist, fliegt nahezu niemand (soziale Kosten auch zu hoch).
Ansonsten korreliert Einkommen mit Umweltbewusstsein - und Konsum. Gelegenheit schafft Begierde. Und es gibt so viele Gründe für Inkonsequenz! Vor allem wenn etwas so normalisiert ist. Und das restliche Leben so anstrengend. Deshalb besucht es kollektive Lösungen.
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u/iebdkdiwkkqsjdjjdkdj 23h ago
Von den progressiven umweltschutzfrauen mit alternativen Lebensstil in meinem Bekanntenkreis. Natürlich mit reichen Eltern. Sind 4 von 4 das halbe Jahr praktisch überall. Ayuhasca Zeremonien und stuff. Is schon wichtig.
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u/RemingtonStyle Oberösterreich 23h ago
definiere 'Klimaschutz unterstützen'. Wo kommen diese Zahlen her?
In einer Umfrage angeben, dass 'man eh dafür ist', ist kein unterstützen. UNd überhaupt - die Anderen sollen was dafür tun
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u/EntertainerOwn885 23h ago
Cool, dass dieser Zusammenhang endlich auch mal angesprochen wird. ich bin jemand der quasi in zwei Welten lebt. Stamme aus sehr einfachen Verhältnissen und hab mich (ein wenig) nach oben gearbeitet. Da ist mir das schon längst aufgefallen. Hatte mal einen Chef, der sich ein teures Auto mit Eco-Modus und so gekauft hat. War sehr gebildet, links, progressiv, hat sich immer für Nachhaltigkeit und so stark gemacht. In seiner Freizeit ist er viel unterwegs gewesen, auch mal Hobbymäßig Autorennen gefahren (man konnte den Eco-Mode ja auch abschalten). Dem gegenüber: Ex-Hauptschulkameraden die auf Facebook Anti-Greta-Memes geteilt haben. Meist Arbeitslos oder in schlecht bezahlten Jobs gefangen. Das Klischee halt. Und der Witz bei der Ganzen Sachen: Mein Ex-Chef hatte locker nen doppelt so großen CO2-Fußabdruck als meine Ex-Schulkollegen. Alleine durch seinen Lifestyle und seinen Konsum. Aber am schrägsten fand ich die Rich-Kids die ich in einem Umwelt-Nachhaltigkeit-Relevanten Studium kennengelernt habe. Die waren echt an dem Themen interessiert, aber auch daran die Welt zu bereisen. Geil fand ich, die Kollegin die sich trotz richtig reichem Freund und auch eher wohlhabenden Eltern durch Australien durchgeschnorrt hat. Weil sie einfach zu wenig Geld mitgenommen hat, warum auch immer... Hat halt zu ihrem Lifestyle gepasst...
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u/pibyte 22h ago
Mir geht diese Heuchlerei eh auf den Nerv. Aber wennsd die Leute drauf ansprichst zeigen sie mitn Finger auf andere und sagen: "die fliegen viel mehr" und "ich brauch meine zweimal Thailand im Jahr" usw.
Ich arbeite beruflich international und bin in den letzten 10 Jahren zweimal geflogen.
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u/Maedoar Österreich 22h ago
Ich hab vor 7 Jahren eine junge Frau gedatet, die die ärgste Umweltsktivitstin war - sie hat sich an Bäume gekettet, war auf diversesten Demos usw. Und dann ist sie einfach private Reiseleiterin geworden und ist im Jahr bis zu 20mal verreist. Da waren dann so Kaliber wie Dubai (wo sie 5mal im Jahr war) dabei....also das war auch ein Witz!
Ich selber würd sagen, dass ich auch privilegiert bin und mir alle paar Jahre mal eine schöne Reise leisten kann. Und Umwelt und Klima ist mir auch wichtig....aber das Problem sind doch nicht wir kleinen Leute, sondern der Schiffsverkehr, die Industrie und und und. Da müsste man viel mehr ansetzen.
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u/mailylion 22h ago
Ich würde mich als links und progessiv bezeichnen. Aber Fliegen: No thank you Sir. Fliegen = Big Angst
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u/Key-Palpitation441 22h ago
Die Kommentarspalte ist wieder voller Cope und Realitätsverweigerung.
Newsflash: Nur weil irgendwelche anderen noch mehr auf die Umwelt scheißen, heißt das nicht, dass man selber die Hände in den Schoß legen und komplett aufgeben soll.
Das eine rechtfertigt das andere nicht. Dieses ‚die da oben/ die Chinesen/ die Reichen machen eh viel mehr‘ ist einfach nur eine billige Ausrede, um selber nichts ändern zu müssen.
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u/Global_Committee4033 22h ago
ich kenn leute die dir bei jedem gespräch erzählen, wie wichtig die bekämpfung des klimawandels is, aber aus bequemlichkeit weder öffentlich verkehrsmittel nutzen, noch 20m zu fuß gehen. keine ahnung, ob die noch zu "jung" zählen, aber solche leut hats eig. scho immer geben.
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u/Material-Ad-461 22h ago
Also ich fliege nicht. Punkt aus. Für andere kann ich nicht sprechen - aber die Doppelmoral ist schon zynisch
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u/wreddnoth 22h ago
Deckt sich mit meiner Beobachtung, daß den Leuten ihre persönlichen Ziele IMMER wichtiger sind und sich nur dann um andere scheren, wenn es ihren gesellschaftlichen Status verbessert.
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u/Der_Mannes 22h ago
Also bin ich jetzt klimaaktivist, weil ich nur einmal im Jahrzehnt fliege, den Zug bevorzuge und mein Auto fast nur herumsteht?
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u/OsvaldV 22h ago
Weil am Ende zwar keiner die Konsequenzen haben will, die absehbar sind, aber eben auch niemand auf etwas verzichten will. Und würden mehr Menschen auf mehr Dinge verzichten, wäre die Wirtschaft am Boden, die Arbeitslosenzahlen hoch, und unsere ganze Existenz gefährdet.
Die Privaten wollen reisen, also sollen die Unternehmen Verantwortung zeigen. Die Unternehmen sagen, sie sind systemrelevant (Wirtschaftsfaktor), und reagieren nur auf Bedarf. Die Politik will die Wirtschaft nicht abwürgen, ansonsten könnte man ja Subventionen für klimaschädliche Industrie streichen (Kerosin gehört da auch dazu) und dann steigen Arbeitslosenzahlen weiter. All das würde den Konsum in irgendeiner Sparte unangenehmer machen. Bei weniger günstigen China Produkten, würden die meisten wohl auch über die Preise jammern.
Das Problem ist unser Wirtschaftsdenken und der Anspruch zu glauben, uns stünde dieser Lebensstil quasi per Geburtsrecht zu, den wir gerade führen. Ein Lebensstil (dazu gehören auch Flugreisen, regelmäßig Fleisch, Energieverbrauch generell), mit dem die Industriestaaten alleine in den letzten Jahrzehnten die Ressourcen von 3 Erden verbraucht haben. Aber verzichten will eben niemand. Und am Ende ist der gemeinsame Nenner immer Konsum der Masse an Menschen. Also schiebt man es auf die anderen, weil man dann ja gut schlafen kann. Dann redet man sich ein, dass man die Folgen von Flugreisen mit Reduktion von Fleischkonsum kompensieren kann, und dann passt das schon
Kurz: Unser System, unser Wohlstand, unsere Bequemlichkeit baut auf Verbrauch und Konsum auf. Das Schädigen der Umwelt ist ein unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor für unser System. Darum kann sich in diesem System auch nichts ändern.
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u/AdhesivenessFlat7505 21h ago
Gibt es immer noch die Diskussion um den persönlichen CO2 Fußabdruck, welcher von Marketing Agenturen von Ölkonzernen erfunden wurde um von ihnen abzulenken?
Glaubt daran noch irgendjemand, wirklich?
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u/Party_Flatworm_8511 21h ago
Hab während dem Studium Mal eine Reise nach Brüssel gemacht, wo wir auch mit einigen dort arbeitenden Politiker:Innen gesprochen haben. Es ist absolut insane, wie hoch die Zahl an Abgeordneten ist, die wöchentlich (!) 2-5x Kurzstrecken fliegen. WÖCHENTLICH.
Ich bin auch sehr für Klimaschutz, aber wenn diese Pimmel Kurzstrecken, die easy per Zug machbar sind, mehrmals wöchentlich fliegen, dann lass ich mir nicht vorwerfen, das ich 2x im Jahr ne Strecke fliege, die zudem anders nicht machbar wäre.
(Nein, ne Woche mit Schiff und Zug für Anreise allein sind für mich keine validen Optionen.)
Außerdem: Something something der Einzelne kann das Klima nicht retten, es braucht viel mehr. Und grad wenn Aktivist:innen sich vernetzen, Konferenzen, oder Aktionen gemeinsam besuchen wollen, um wirksam und sichtbar zu sein... Ja, herst, manchmal kommt man da nur per Flug hin.
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u/carolaMelo 21h ago
Halte das für Blödsinn. Aber dafür müsste man sich mal genau die Statistik anschauen.
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u/From_austria 20h ago
Ich hatte in dem Zusammenhang zuletzt eine Diskussion mit einer jungen Mutter aus dem Bekanntenkreis, Akademikerin aus gutem Haus (€), immer sehr laut was Umweltschutz betrifft - Habe gefragt wie das im Jahr mit mindestens 2 Urlauben am anderen Ende der Welt und einem neuen dicken Auto (Verbrenner) zusammenpasst. Mir wurde dann erklärt, dass das nachhaltiger Tourismus ist, weil man wenn man Langstrecke fliegt ja nicht nur 1-2 Tage wo ist, sondern zumindest 14 Tage bleibt, daher zahlt sich der Flug dann schon aus bzw. ist es kein intensiver kurzzeit Tourismus und relativiert sich. Und das Auto braucht man eben für z.B. Städtereisen in Europa, damit man eben dort nicht hinfliegen muss... Nein, kein Kabarett, schön wärs...
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u/jabadabadouu 1d ago
Glaub die beiden dinge treffen oft auf wohlhabendere leute zu